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Walter Gropius

Charismatisch, diplomatisch und kommunikativ – „Mister Bauhaus“

Walter Gropius und die Entstehung der Ikone der Modernen

Im Festtagskalender des ohnehin sehr feierfreudigen Bauhauses war der 18. Mai einer der Höhepunkte. Zu Walter Gropius' Geburtstag ließen Bauhausmeister und Studierende ihrer Kreativität freien Lauf. Zu seinem Einundvierzigsten sei der Bauhaus-Gründer und Direktor von der Gemeinschaft der Bauhäusler, begleitet von der Bauhaus-Kapelle, „unter ohrenbetäubenden Hochrufen durch den Saal getragen“ worden, notierte Gropius' Frau Ise nach dem Ereignis. Die wilden Geburtstagsfeiern wie auch die vielen anderen Feste, die am Bauhaus stattfanden, hatten ganz klare pädagogische Ziele: Sie sollten den Gemeinschaftsgeist fördern und entsprachen damit dem Gründungsprogramm des Bauhauses.

Doch es war nicht nur die Programmatik, die hinter den Geburtstagsfesten stand. Es waren auch Sympathiebekundungen für den Bauhaus-Gründer. Gropius war beliebt, und nicht nur das: Er wurde verehrt. Zu seinem Vierundvierzigsten schenkte man ihm eine Collage mit Lippenabdrücken der Lehrer und Studierenden, die innige Küsse für den Jubilar symbolisieren sollten. Hier zeigte sich das einzigartige Charisma von Gropius. Er konnte die Jugend von seiner Vision einer neuen Gestaltung und einer neuen Arbeits- und Lebensgemeinschaft begeistern. Und er schaffte es, so große Künstler wie Kandinsky, Klee, Schlemmer und Feininger an das Bauhaus zu holen und sie dazu zu bewegen zusammenzuarbeiten.

Auch nach außen hin verstand es Gropius, das Bauhaus ins rechte Licht zu setzen. Mit großem diplomatischen Geschick gelang es ihm immer wieder, dem äußeren Druck auf die Institution standzuhalten. Den vielen Angriffen bot der Bauhaus-Direktor mit Beschwichtigungen und wenn nötig, auch mit Gegenwehr Paroli, fast tagtäglich musste er um Anerkennung, ja, die Verteidigung der Institution kämpfen. Dabei war die geschickte Selbstdarstellung seine wohl wirksamste Waffe. In der Öffentlichkeit wusste er erfolgreich auf der Klaviatur der medialen Möglichkeiten zu spielen: Er hielt Vorträge, organisierte Pressekampagnen, veröffentlichte Bücher, ließ Gebäude und Produkte fotografieren – und seine Frau Ise führte begeisterte Hausfrauen durch die Bauhaus-Villa in Dessau.

Auch nach seiner Emigration in die USA wurde „Mister Bauhaus“ nicht müde, weiter für das Bauhaus zu werben – und war damit auch dank seines hohen Ansehens und seiner Lehrtätigkeit an der Harvard University äußerst erfolgreich. Erst in den USA sei aus den vielfältigen Facetten der Bauhaus-Geschichte eine stringente Erzählung geworden, meint Wolfgang Voigt, der Stellvertretende Direktor des Deutschen Architektur Museums in Frankfurt am Main. „Das Bild vom Bauhaus in seinem Nachleben wird bereits in den Dreißigerjahren, in den späten Dreißigerjahren in den USA, von Gropius festgezurrt. Und bei diesem Bild bleibt es im Prinzip.“ Das Bauhaus als eine Ikone der Moderne war entstanden.

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