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Mies van der Rohe

Der letzte Bauhaus-Direktor Mies van der Rohe und das „Hofhaus“ Hubbe

Auch berühmten Architekten gelingt nicht alles. Das musste auch der letzte Bauhaus-Direktor, Mies van der Rohe, erfahren, als ihn Margarete Hubbe, die aus einer bedeutenden Magdeburger Ölfabrikanten-Familie kam, im Jahre 1935 beauftragte, auf dem Werder, einer Elbinsel in Magdeburg, ein Haus zu entwerfen. Der Auftrag kam wohl auf Vermittlung Emil Noldes zustande, der mit der Bauherrin befreundet war. Für Nolde hatte Mies van der Rohe ebenfalls ein Haus entworfen.

Die Entwurfszeichnungen Mies van der Rohes zeigen, dass er mit dem Haus Hubbe sein Konzept der Transparenz, das der Architekt bereits beim Bau des Barcelona-Pavillons 1927 verwirklicht hatte, zu einem vielfältig nutzbaren Wohnhaus weiterentwickeln wollte. Dabei drehte er jedoch das Raumbild des Barcelona-Pavillons völlig um: Das Haus Hubbe umschließt das Innere, seine Räume sind um einen Hof gruppiert. Nichts mehr ist dem Betrachter offen zugewandt. Dieser Typus des „Hofhauses“ wurde durch das Haus Hubbe und das etwa zeitgleich geplante Haus Ulrich Lange Krefeld zum ersten Mal greifbar. Die „Hofhausentwürfe“ der 1930er Jahre vermochten es, sowohl die Privatsphäre vor Neugierigen zu schützen, als auch Natur, Haus und Mensch zusammenzubringen. Das entsprach auch dem Wohnbedürfnis der Bauherrin, die das Haus zwar allein bewohnen, aber doch Geselligkeit pflegen wollte. Für die Einrichtung des Wohnzimmers ihres Hauses hatte sich Frau Hubbe offenbar auch einen stoffbezogener Ohrensessel gewünscht, ebenfalls ein Möbelstück Mies van der Rohes. Auf einer der Skizzen des Architekten ist diese etwas altertümliche Sitzgelegenheit gut zu erkennen.

Der Entwurf für Haus Hubbe ist nie realisiert worden. Die Bauherrin verkaufte das Grundstück auf der Elbinsel und zog den Auftrag zurück. Wie Briefe von Freunden belegen, litt Mies van der Rohe darunter sehr, da ähnliche Projekte, wie unter anderem auch das Haus Ulrich Lange Krefeld, zur selben Zeit ebenfalls nicht weitergeführt werden konnten. Das Haus Hubbe musste ihm aber wohl ganz besonders am Herzen gelegen haben. Anhand der vielen erhaltenen Skizzen und verschiedenen Planungsstadien, die teilweise erheblich voneinander abweichen, ist der persönliche Einsatz Mies van der Rohes für das Projekt direkt ablesbar. So schrieb er in seinen Erinnerungen ein wenig traurig: „Auf der Elbinsel in Magdeburg sollte das Haus errichtet werden, unter alten schönen Bäumen mit einem weiten Blick über die Elbe. Es war ein ungewöhnlich schöner Platz zum Bauen“.

Dennoch hatte sich Mies van der Rohe nicht umsonst so stark für das Projekt Haus Hubbe eingesetzt. Nach seiner Emigration in die USA widmete er manche der Entwürfe für anderweitige Ziele um und verarbeitete sie in neuen Projekten. Seitdem galten die „Hofhausentwürfe“ als Idealentwürfe für eine zukünftige Architektur, deren Gestaltungsmöglichkeiten hier ausformuliert wurden.

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