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Lyonel Feininger

„Halle is the most delightful town“

Wie die Stadt Halle für den Bauhaus-Meister Lyonel Feininger zum Refugium wurde

„Halle is the most delightful town“ – „Halle ist die herrlichste Stadt“, schrieb Lyonel Feininger in einem Brief an seine Frau Julia in Dessau. Der Maler und Bauhaus-Meister war 1928 vom Magistrat der Stadt eingeladen worden, eine Ansicht von Halle zu malen, die dem Oberpräsidium in Magdeburg als Geschenk überreicht werden sollte. In Halle angekommen, beschloss Feininger, nicht nur ein Bild, sondern eine ganze Serie zu malen.

Er hatte sich – wie schon andere berühmte Maler vor ihm – begeistern lassen von der mittelalterlichen Innenstadt mit ihren vielen Kirchen und Türmen und ihren engen Gassen. Und zwar so sehr, dass er zeitweilig sogar daran dachte, nach Halle überzusiedeln und eine Stelle an der Kunstgewerbeschule Burg Giebichenstein anzunehmen. Die Stadt hatte dem deutsch-amerikanischen Künstler das oberste Geschoss im fünfeckigen Torturm des Museums Moritzburg als Atelier angeboten. Von dort aus genoss er das Panorama über die Stadt. „Vor jedes Fenster an der Ostseite habe ich je ein Bild aufgestellt, und das sieht so feierlich schön aus – darüber die kleinen Scheiben, im Spitzbogen endend, wirken diese Bilder wie in einer Kapelle. Ich bin sicher, dass ich niemals in Dessau so sein könnte. Hier ist einfach alles farbig, belebt, anregend“, schrieb er begeistert an seine Frau.

Dessau – dort hatte sich Feininger, der am Bauhaus als Meister ohne Lehrverpflichtung angestellt war, zuletzt nicht mehr wohlgefühlt, denn einmal mehr drohten die vielen Widersprüche unter den Bauhäuslern zu eskalieren. Der Maler Oskar Schlemmer opponierte gegen den auf Markttauglichkeit ausgerichteten Kurs des Direktors Hannes Meyer und verließ schließlich im Sommer 1929 das Bauhaus. „Ja, nun geht Schlemmer“, schrieb Feininger an seine Frau, „nächstens wir, und was dann? Wir sind ja entbehrlich geworden, aber unsere schöne Malergemeinschaft hat ein Ende.“ So wurde Halle auch so etwas wie ein Refugium für den Maler. „Hier in meinem Turm kann ich so etwas wie ein Klosterbruder sein; das ist für mich so schön; und in meinem Geiste ordnet sich das aufgestapelte Chaos der letzten zehn Jahre, wird zum Reichtum – vielleicht dem Reichtum eines alten ‚Museums‘?“

Am Ende – 1931 – lieferte der Bauhaus-Meister elf Gemälde und 29 Zeichnungen ab, der Magistrat kaufte sie alle, und das Hallenser Museum zeigte dieses außergewöhnliche Stadtporträt noch im selben Jahr stolz im Kuppelsaal. Doch der „Reichtum des alten Museums“ währte nicht lange. Die Gemälde gingen der Moritzburg 1937 durch die Aktion „Entartete Kunst“ verloren. Lediglich drei Werke des „Halle-Zyklus“, der heute zu den Höhepunkten des Oeuvres Feiningers zählt, konnte die Moritzburg zurückerwerben. Sie werden auf der Feininger-Empore mit Blick auf den Dom und die Marktkirche präsentiert. Es ist derselbe Blick, den auch schon Feininger genossen hatte.

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