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Stadt Halle (Saale) und Sisters of Design

Kunststadtpläne der Stadt Halle (Saale)

Die „Sisters of Design“, Claudia Dölling (links) und Anja Krämer, haben die Kunststadtpläne für die Stadt Halle (Saale) gestaltet.

Kunst findet Stadt

Es gibt jede Menge Kunst im Halle, und es gibt einige Stadtpläne. Kunst und Plan in einem aber ist ein Novum. Anlässlich des 100-jährigen Bestehens der Kunsthochschule Burg Giebichenstein im vergangenen Jahr, deren Künstler vor allem Wandbilder, Skulpturen und Brunnen zu verdanken sind, entstanden in diesem Jahr die „Kunststadtpläne“. In Zusammenarbeit mit der Stadt Halle haben die „Sisters of Design“, zwei ebenfalls an der BURG ausgebildete Grafikdesignerinnen, die einzigartigen Kultur-Pläne gestaltet.

Zusammengefaltet haben sie Postkartenformat und passen damit in jedes Täschchen. Sechs Themenrouten gibt es bislang. Sie führen zu insgesamt 100 Kunstwerken und Orten, an denen Kunst die Stadt findet – so lautet auch das Motto dieser ungewöhnlichen Idee. Bekannte Kunstwerke und Orte in Halle sind darunter, wie zum Beispiel der Göbelbrunnen auf dem Hallmarkt, das Künstlerhaus Goldene Rose oder der historische Stadtgottesacker samt seiner modernen Kunst. Sie dürften vor allem für Touristen interessant sein.

Dann gibt es aber Kunstwerke, die selbst viele Hallenser noch kaum wahrgenommen haben oder schon nicht mehr wahrnehmen. Weil sie – und das ist einer der Vorzüge der Saalestadt – einfach zum Alltag dazugehören. Oder weil sie so versteckt sind, dass nur sehr aufmerksame Beobachter sie entdecken. „Der ewige Geheimdienstmann“ zum Beispiel ist so ein Werk, eine Keramikplastik von Frank Hüller aus dem Jahr 1992. Sie stellt einen schwarz gekleideten Spion dar, der durch ein Fernglas von oben herab auf das gegenüberstehende Reformhaus schaut, ein zu Wendezeiten eingerichtetes Haus der Bürgerbewegungen.

Die Kunststadtpläne sind gestalterisch und inhaltlich hochwertig umgesetzt. Auf der Vorderseite zeigen sie den Ausschnitt des jeweiligen Stadtteiles mit den Skizzen der Kunstwerke, die wiederum auf der Rückseite erklärt werden. Drei der Routen umfassen den Stadtkern. Zwei weitere sind Halle-Neustadt gewidmet, der letzten Planstadt der DDR, in der Kunst im öffentlichen Raum als wichtiger Teil der Stadtgestaltung begriffen wurde. In der Plattenbausiedlung wurden mehr als 150 Objekte realisiert, Brunnen zum Beispiel, Wandbilder oder Plastiken – sie stehen unter Denkmalschutz.

Pro Plan werden maximal 20 Werke vorgestellt. Die Routen, die von der Stadt Halle auch als Führungen angeboten werden, sind zwischen zwei und vier Kilometer lang, und es dauert etwa 90 Minuten, sie abzulaufen. Die Vielfalt an Informationen über die Künstler der Burg, ihre Werke und über die Geschichte der über tausendjährigen Stadt machen die Kunststadtpläne für Bewohner und Besucher Halles gleichermaßen interessant. Für 2,50 Euro pro Stück sind sie unter anderem am Bahnhof, in der Touristinformation am Markt oder im Kunstmuseum Moritzburg zu erhalten.

Den Anstoß für dieses bislang einzigartige Projekt gab Anja Jackes vom Fachbereich Kultur der Stadt Halle, kreativ und liebevoll umgesetzt wurden sie von Claudia Dölling und Anja Krämer. Die Idee, Konzeption, Recherchen, Texte und komplette Realisation der Kulturstadtpläne wurden beim Fachbereich Kultur (Projektleitung Anja Jackes) entwickelt und durchgeführt. Zum Projektteam gehören weiterhin der Projektkoordinator (Nils Fischer), der Fotograf (Falk Wenzel), die Autorin der Einführungstexte (Maria Meinel) sowie Studierende der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg.

Die „Sisters of Design“ waren schon öfter im Auftrag von Stadt oder Land aktiv.  Für die Investitions- und Marketinggesellschaft Sachsen-Anhalt haben sie den Porträtband „Facettenreich“ gestaltet. Auch die Gartenmauer am Gebäude der Kunststiftung Sachsen-Anhalt oder der Schriftzug des in Halle produzierten Filmes „Mullewapp“ stammen von ihnen. Sie haben für die Universität gearbeitet oder für die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina den „Zukunftsreport“ gestaltet. Eine klare Formensprache und die Verwendung von viel Weiß zeichnen ihren Stil aus. „Aufgeräumt“ solle es aussehen, sagen sie, und schön.

Dabei haben die jungen Frauen durchaus jede ihre eigene Handschrift. „Aber wir haben ein ähnliches Grundgefühl für das, was wir gut finden“, sagt Anja Krämer, und so fände man zueinander. Ihr Büro mit Sitz in der halleschen Innenstadt haben die beiden direkt im Anschluss an ihr Grafikdesignstudium gegründet. Mit einer Existenzgründerunterstützung und der Hilfe von Freunden habe man begonnen, so Claudia Dölling, inzwischen hätten sie gut zu tun. Jetzt haben sie die Arbeit an den nächsten beiden Kunststadtplänen begonnen, einer davon führt durch den Plattenbau-Stadtteil Silberhöhe. Auch dort ist Kunst zu finden, nicht versteckt und doch von vielen unbemerkt. Wie so häufig in der Kunststadt Halle.

Autorin + Foto: Anja Falgowski

Kontakt:

Dr. des. Anja Jackes
Abteilungsleiterin
Bildende Kunst, Museen und Stadtgeschichte
 
Stadt Halle (Saale)
Fachbereich Kultur
Hansering 15 (Zimmer: 202)
06108 Halle (Saale)
Tel. 2213002
Fax 2213011
Anja.Jackes@halle.de

Weitere Informationen unter www.sistersofdesign.de/

Kontakt

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Am Alten Theater 6
39104 Magdeburg

Tel.: +49 (0) 391 568 99 80
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