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Landkreis Saalekreis – Burg Querfurt

FilmBurg Querfurt

Hält die Fäden in der Hand und steigt bei Veranstaltungen auch mal selbst ins Kostüm: Burgmanager Christian Linke.

„Action!“ für den Filmtourismus

Fassaden aus dunklem Stein, wuchtige Türme, ein Kräutergärtchen vor den Mauern, Treppen, Tore, Portale. Es braucht nicht viel Phantasie, um sich vorzustellen, wie Karren über das Pflaster des Burghofes poltern, Reiter durchs Tor preschen, ein Schmied den Hammer schwingt, Landsknechte am Feuer hocken, adelige Fräulein aus Kutschen steigen und mit angehobenen Rocksäumen um Pfützen trippeln.

Und es braucht nicht viele Umbauten, um solche Szenen hier auf der Burg Querfurt stattfinden zu lassen. Das haben auch die Locationscouts bemerkt, als sie, angeregt unter anderem durch die Mitteldeutsche Medienförderung, nach Drehorten Ausschau hielten. In den vergangenen zwei Jahrzehnten wurden auf dem Gelände über 50 Filmprojekte verwirklicht: „Die Päpstin“ und „Der Medicus“ agierten in den Mauern der Burg, die Prinzessinnen kehrten mit ihren „Zertanzten Schuhen“ hierher zurück, Szenen aus „Jorinde und Joringel“ wurden ebenso gefilmt wie Kapitel der „Geschichte Mitteldeutschlands“. Hier arbeiteten Schauspieler wie Dieter Hallervorden oder Til Schweiger.

Warum es die Filmleute immer wieder nach Querfurt zieht? Burgmanager Christian Linke zählt gleich eine ganze Liste von Trümpfen auf: „Wir sind eine der wenigen Anlagen, die mit schwerem Gerät ebenerdig angefahren werden kann und reichlich Räumlichkeiten bietet. Von der Bastion bis zum großen Hof, von der Kirche bis zum Keller oder dem Festsaal mit funktionierendem Kamin bieten wir fast jedes Szenenbild. Und wenn es plötzlich regnet, können die Techniker ihre wertvollen Geräte problemlos in der Scheune unterstellen.“ Außerdem wäre da noch der Burgmuseologe Heiko Einecke, auf den die Filmemacher gern bauen. „Er arbeitet seit 30 Jahren hier und kennt jeden Winkel, auf der Burg und in ganz Sachsen-Anhalt“, schwärmt Linke von seinem Mitarbeiter. „Da überlegt ein Regisseur nur ‚Ich brauchte eigentlich noch – eine Art Wasserfall‘, und schon hat Einecke die Idee.“

Aber nicht der Tatsache, dass die Burg oft genutzter Drehort ist, gilt die Bewerbung um den Tourismuspreis VORREiTER. Der Saalekreis, dem die Burg gehört und bei dem Linke angestellt ist, bewirbt sich mit dem touristischen Konzept „FilmBurg Querfurt“. Was im englischsprachigen Raum längst Heerscharen von Touristen in Bewegung bringt – die Reise zu Drehorten – steckt in Deutschland noch in den Kinderschuhen. Doch Linke und sein achtköpfiges Team haben sich seit einem Jahr den Filmtourismus auf die Fahne geschrieben.

Nun ist solch ein Projekt nicht so einfach ist, wie es erscheinen mag. Weil Dreharbeiten ja kaum Spuren hinterlassen, ist außer dem alten Gemäuer selbst eigentlich wenig herzuzeigen. „Aber mit Geduld und einer transparenten Darstellung des Vorhabens lässt sich auch mit den Produktionsfirmen gut zusammenarbeiten“, so Linke. Und so bleiben manchmal Requisiten und Einbauten zurück oder werden später wieder nach Querfurt geschickt. Auch wie er an Szenenfotos, Filmsequenzen und Making-Offs kommt, weiß Linke inzwischen oder wie er sich im komplizierten Geflecht aus urheberechtlichen Fallstricken bewegen muss.

Und so werden parallel zur Dauerausstellung über die Historie der Burg gemeinsam mit professionellen Gestaltern Sonderausstellungen zum Thema „Film“ aufgebaut. Ungewöhnlichstes Ausstellungsstück der ersten Exposition –sie trug den Titel „Ganz großes Kino!“ – war die aus Silikon gefertigte „Leiche“ aus dem Film „Der Medicus“, das teuerste Requisit der Produktion. Wer mag, kann auch Geschichten lauschen. Beliebt sind beispielsweise die speziellen Führungen, die in der Kostümwerkstatt von Anja Becker-Geipel beginnen, deren Atelier sich im alten Eselstall der Burg befindet. Seit Mai 2016 wendet sich die zweite Ausstellung „Ganz große Märchen!“ vor allem an Familien. Zu sehen sind unter anderem Kleider der tanzwütigen Prinzessinnen, das Gewand von König Hallervorden oder die Vogelkäfige, in der die böse Zauberin verwandelte Mädchen gefangen hielt („Jorinde und Joringel“).

Der Fokus liegt nicht mehr allein auf der Burg Querfurt, sondern auch auf benachbarten Drehorten wie der Arche Nebra und Schloss Vitzenburg („Bibi & Tina“) oder dem Geiseltalsee („Die kleine Meerjungfrau“). Als Überraschung tauchen auch Requisiten von der Burg Falkenstein („Spuk unterm Riesenrad“) und Schloss Moritzburg („Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“) auf. „Unser Ziel ist es, den Filmtourismus in der Region und in ganz Mitteldeutschland anzukurbeln“, erläutert Linke diese Vielfalt. Doch nicht allein Ausstellungen stehen im Drehbuch der „FilmBurg Querfurt“. Das Thema Film und vor allem Märchenfilm zieht sich wie ein roter Faden durch viele der Veranstaltungen. Natürlich gibt es ein OpenAir-Sommerkino, das Orchester der im Pächterhaus ansässigen Musikschule spielt Filmmusik und bei Ritterkämpfen wird die Burg auch mal aufwändig erstürmt.  

Bleibt die Frage, ob nach einem Jahr überhaupt schon Erfolge des Konzeptes „FilmBurg Querfurt“ messbar sind. Linke hat Zahlen parat: „Die Besucherzahlen zeigen eine Trendwende gegenüber 2014. Rund 5.000 zahlende Gäste zusätzlich besuchten 2015 die Burg, Großveranstaltungen sogar ausgenommen. Dies entspricht einer Steigerung um ein Viertel.“

Autorin + Fotos: Marlis Heinz

Weitere Informationen unter www.burg-querfurt.de/

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