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Magdeburg Marketing Kongress und Tourismus GmbH

Magdeburg erleben mit Handicap, Angebote für hör-, seh-, und mobilitätseingeschränkte Personen

GTM 2016 Stadtführung Hundertwasserhaus – Die Grüne Zitadelle von Magdeburg © Magdeburg Marketing

Reisen ohne Hindernisse – Otto für alle

Stufen, hohe Bordsteine  oder Kopfsteinpflaster sind ein Horror für Rollstuhlfahrer. Sie benötigen Hilfe, um die Hürden zu überwinden. Die Stuckelei auf dem Kopfsteinpflaster beschert ihnen Rückenschmerzen. Erklärungen, die sie nicht hören können, lassen Schwerhörige außen vor. Blinde können die Sehenswürdigkeiten einer Stadt nicht wahrnehmen. Derartige Hindernisse gibt es wirklich überall. Doch dessen sind sich Menschen ohne diese Beeinträchtigungen oft gar nicht bewusst.

Magdeburg will barrierefreien Tourismus anbieten und ist seit fünf Jahren Mitglied in der AG barrierefreie Reiseziele in Deutschland. „Wir sind dort im regen Austausch mit vielen anderen Städten“, erklärt Sandra Yvonne Stieger, Geschäftsführerin der Magdeburg Marketing Kongress und Tourismus GmbH. „Wir wollen, dass auch Personen mit Einschränkungen unsere Angebote nutzen können.“

Dafür schafft die MMKT Schritt für Schritt Angebote, die auch denen zugänglich sind, die normalerweise außen vor sind. So wurde ein Reiseführer in Brailleschrift aufgelegt. „Er hat einerseits die Punktschrift“, beschreibt Sandra Yvonne Stieger, „andererseits aber auch sehr große Schrift, die auch sehbehinderte Menschen lesen können.“ Ein anderes Beispiel ist das Travel Guide System, mit dem Gästeführer bei Bedarf ausgestattet werden. Das ist ein Audiosystem, bei dem die Gästeführer ihre Informationen ins Mikrofon sprechen. Die Sprachausgabe erfolgt über kleine Empfänger, von denen jeder Teilnehmer einer Reisegruppe einen hat und die es ermöglichen, über Kopfhörer zu verfolgen, was erzählt wird. Die Lautstärke kann jeder individuell einstellen. „Sogar mit Hörgerät funktioniert das wunderbar, und bei vielen Cochlea-Implantaten ist es auch möglich.“

Die Gästeführer der Stadt wurden geschult, um besser auf die Bedürfnisse von Menschen mit Einschränkungen eingehen zu können. Welche Routen sind barrierefrei, wo stehen Tastmodelle, die auch Blinden eine räumliche Vorstellung von der Stadt ermöglichen? Dafür machten sie einen Rundgang mit einer Rollstuhlfahrerin, die sie auf Hindernisse aufmerksam machte.

„Das alles ist aber kein spezielles Angebot. Wir sehen das vielmehr als Service für unsere Gäste“, sagt Magdeburgs Tourismuschefin. „Auf Messen werden wir immer mal wieder gefragt, wie die Stadt auf diese Besuchergruppe eingestellt ist. Nicht nur auf Spezialmessen wie der Reha Care, sondern auch auf allgemeinen Messen wie der Internationalen Tourismus-Börse. Es gibt durchaus Reiseanbieter, die besondere Angebote für Behinderte oder ältere Menschen anbieten. Aber auch die ganz normalen Reiseanbieter legen Wert auf solche Details.“

Reine Reisegruppen mit behinderten Menschen sind aber die Ausnahme. Meist sind Menschen mit Beeinträchtigungen in einer ganz normalen Gruppe unterwegs. Aber gerade bei Reisegruppen mit vielen älteren Menschen hat der eine Probleme mit dem Laufen, der nächste hört nicht gut, der dritte sieht nicht richtig, der vierte kann nicht alles essen. Das Bewusstsein für solche Probleme ist der erste Schritt, sie zu überwinden. Otto für alle heißt das in Magdeburg, und in einer gleichnamigen Broschüre werden alle Angebote gebündelt und vorgestellt.

„Wir wollen, dass alle Magdeburg ohne Hindernisse erleben können. Solche Angebote werden nicht nur von Gästen der Stadt angenommen, sondern auch von Magdeburgern“, weiß Sandra Yvonne Stieger und nennt als Beispiel die Führungen mit Elektromobilen. Die sind so angelegt, dass man auch als Fußgänger bequem mitlaufen kann, denn oft werden die E-Rollifahrer von nicht gehbehinderten Partnern begleitet. Mehrere von diesen Führungen hat die Tourist Information bereits angeboten. Mit großem Erfolg.

Wünsche gibt es trotzdem noch so einige. „Man kann sich da immer noch viel vorstellen“, sagt Sandra Yvonne Stieger. „Beispielsweise wäre es prima, wenn wir immer ein bis zwei Rollis hier hätten. Aber das ist natürlich eine finanzielle Frage. Ich könnte mir auch noch weitere Tastmodelle vorstellen, die ja nicht nur für Sehbehinderte oder Blinde ein Gewinn sind, sondern auch Sehenden eine ganz andere Perspektive eröffnen. Da sind wir lange noch nicht am Ende.“ Noch gibt es auch in Magdeburg viele Barrieren. Dessen ist sich auch die Tourismuschefin bewusst. Aber die Technik entwickelt sich rasant, und davon profitieren eben auch Menschen mit Behinderungen. Und natürlich die Tourismusanbieter, die ihre Städte und Regionen immer mehr Menschen nahebringen können.

„Das ist längst keine Nische mehr“, resümiert Sandra Yvonne Stieger. „Es wird vielmehr von den meisten Reiseanbietern als Selbstverständlichkeit angesehen.“ Darum steht Magdeburg im regen Austausch mit anderen Städten. Sie lernen von ihnen, die Tourismusexperten aus Magdeburg geben aber gern auch ihre Erfahrungen weiter. Davon profitieren nicht nur Menschen mit Beeinträchtigungen, sondern auch Senioren oder Familien mit Kindern. Otto für alle eben.

Autorin: Annette Schneider-Solis

Weitere Informationen finden Sie in der Broschüre Otto für Alle

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IMG – Investitions- und Marketing­gesellschaft Sachsen-Anhalt mbH

Am Alten Theater 6
39104 Magdeburg

Tel.: +49 (0) 391 568 99 80
Fax: +49 (0) 391 568 99 51

tourismus@img-sachsen-anhalt.de

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