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Halberstädter Wohnungsgesellschaft mbH

HaWoGe-Spiele-Magazin

Kinder und Jugendliche mit und ohne Handicap beim Toben auf dem Rolli-Karussell im HaWoGe-Spiele-Magazin. Bildautor: Florian Feg/HaWoGe

Spielen ohne Grenzen

Mit dem Dom, dem Domschatz und dem längsten Orgelstück der Welt zog Halberstadt bislang vor allem Kultur-Touristen an. Seit eineinhalb Jahren aber kann die Stadt eine Attraktion vorweisen, die vom Kleinkind bis zum Großpapa die Generationen begeistert: Das HaWoGe Spiele-Magazin ist Deutschlands schönster barrierefreier Indoor-Spielplatz.

„Das ist so cool“, jubelt ein sechsjähriges Mädchen, während ihr Bruder mit hochrotem Kopf das Karussell anschiebt. Dass die Kleine in ihrem Rollstuhl in einem Indoor-Spielplatz so viel Spaß hat, ist keine Selbstverständlichkeit. „Über Inklusion wird viel geredet, aber wir leben die Idee wirklich“, sagt Beate Grebe, die Geschäftsführerin der Halberstädter Wohnungsgesellschaft HaWoGe. Sie ist stolz auf das, was das kommunale Unternehmen geschaffen hat: „Zwischen Alpen und Ostsee gibt es zwar einige wenige barrierefreie Spielhäuser ohne Treppenstufen. Aber nirgendwo sonst finden Kinder, die hör- oder sehgeschädigt sind oder im Rollstuhl sitzen, spezielle Spielgeräte.“

Während die tobenden Geschwister das Rolli-Trampolin in Beschlag nehmen, erzählt sie, wie die Idee des Spiele-Magazins entstanden ist. „So ein Spielhaus, das brauchen wir in Halberstadt auch, dachte ich mir, als ich vor einigen Jahren auf einem Trampolin in Thale auf und ab sprang.“ Eigentlich war sie mit ihren erwachsenen Töchtern nur dorthin gefahren, um ihren damals fünfjährigen Neffen Paul zu begleiten. Aber dann fand die Tante selbst Gefallen am Rutschen und Hüpfen. „Das war einfach genial. Ich erinnere mich bis heute noch genau an jenen Tag“, sagt Beate Grebe.

Aus dem Gedankenblitz ist einige Jahre später eine originelle, 3.000 Quadratmeter große Spielewelt geworden – in einem ganz besonderen Gebäude. Das denkmalgeschützte Haus gehörte einst zur Kaserne am Ebereschenhof und stand Jahrzehnte lang leer. Ausgerechnet hier einen Indoor-Spielplatz hineinzubauen, war ein außergewöhnliches Unterfangen. „Die meisten Spielhäuser sind in ziemlich schmucklosen Hallen in Gewerbegebieten oder neben Einkaufszentren untergebracht. Sie sind quadratisch, praktisch, ebenerdig. Ein altes Gebäude über drei Etagen als Indoor-Spielplatz umzunutzen ist einzigartig“, sagt Beate Grebe. „Für unseren Anspruch der Barrierefreiheit brachte das besondere Herausforderungen.“

Damit nichtbehinderte und gehbehinderte Kinder zusammen spielen können, sind alle Ebenen per Fahrstuhl zu erreichen. Für kleine und große Gäste mit Sehbeeinträchtigungen gibt es im Außenbereich ein Blindenleitsystem, drinnen sorgen farbig beleuchtete Stufen und Türrahmen, Beschilderungen in Braille-Schrift und Sprachansagen im Fahrstuhl dafür, dass sich alle gut zurechtzufinden. „Wir sind dankbar, dass das Land Sachsen-Anhalt die Idee einer barrierefreien Spiellandschaft unterstützt und das möglich gemacht hat“, betont Beate Grebe.

Wenn sie zusieht, wie die Kinder die Wellenrutschen hinuntersausen, auf den Elektrokarts ihre Runden drehen und beim Klettern im Funpark außer Puste geraten, ist sie glücklich. Die Chefin der Wohnungsgesellschaft hat mit dem Spiele-Magazin ein Herzensprojekt umgesetzt. Die jüngsten Spiele-Magazin-Besucher toben in einem Extra-Bereich für Kleinkinder mit Bällebad und Krabbeltunneln. Kinder ab etwa zehn Jahren und Jugendliche zocken in der Teenie-Zone. Hier gibt es verschiedene multimediale Spielgeräte, zum Beispiel einen „Timetunnel“, der durch Lichteffekte die Sinne verwirrt. Highlight ist ein 18 Quadratmeter großer Bildschirm, an den eine Spielkonsole angeschlossen ist. Die Airhockey- und Kickertische in der Teenie-Zone sind mit dem Rollstuhl unterfahrbar.

„Das Konzept geht auf“, freut sich Beate Grebe und verweist auf die Besucherzahlen: Seit der Eröffnung im Oktober 2014 hat die HaWoGe fast 130.000 Gäste gezählt – und rund 1.300 Buchungen der Geburtstagszimmer. Das Spiele-Magazin ist zu einem Lieblingsausflugsziel für Familien aus dem Landkreis Harz geworden. Auch aus Magdeburg, Braunschweig, Wolfenbüttel, Goslar und Salzgitter reisen Besucher an, verraten die Autokennzeichen auf dem hauseigenen Parkplatz. „Uns war von vornherein klar, dass wir in einem Umkreis von etwa 100 Kilometern werben müssen“, sagt Beate Grebe. „Vom Harzkreis allein könnte ein solches Haus nicht leben. Die Besucher von außerhalb reagieren oft verblüfft, weil sie nicht erwartet haben, dass es so etwas Tolles in Halberstadt gibt.“

Zu den Tagesausflüglern kommen jene Harz-Touristen, die während ihres Urlaubs einen Abstecher in den Vorharz machen. „Wenn im Winter kein Schnee liegt und man nicht Ski fahren kann, zieht es die Familien genauso zu uns, wie an verregneten Frühlings- und Sommertagen. Das Spiele-Magazin rettet sozusagen bei schlechtem Wetter den Urlaubstag“, beschreibt Beate Grebe. Sie ist zufrieden mit den Zahlen und freut sich über immer mehr Stammgäste. „Während die kulturellen Highlights unserer Stadt meist nur einmal besucht werden, haben wir eine Menge Wiederholungstäter.“

Autorin: Dana Toschner

Weitere Informationen unter www.hawoge-spiele-magazin.de/

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