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Der Planwagen

Natürlich Reisen mit Pferd und Wagen

Peggy Guszahn weist die Urlauber ein.

Mit einer PS durch die WelterbeRegion

Aufregung auf dem Hof der Guszahns in Seegrehna. Eine Familie will ihren Urlaub mit Pferd und Planwagen antreten. Nach theoretischer Einweisung zeigen Peggy und Andreas Guszahn, wie man ein Pferd putzt, anspannt und vor dem Wagen dirigiert. Veith, der altmärkische Kaltblutwallach, wird eine Woche Begleiter der Urlauber sein. Gelassen lässt der Braune die Prozedur über sich ergehen. Er hat schon viele Gäste gezogen.

2008 hat Peggy Guszahn ihr kleines Touristikunternehmen als Saisonbetrieb gegründet; ein Jahr später fuhren die ersten Gäste mit dem Planwagen los. Die Idee hatten Peggy und Andreas Guszahn nach einem Urlaub im Planwagen in der Uckermark. Aber bis sie ihr eigenes Unternehmen hatten, lag ein steiniger Weg vor ihnen.

„Andreas hat aus dem Bauch heraus gesagt: Los, das machen wir!“, erzählt Peggy Guszahn, die Betriebs- und Landwirtschaft studiert hat und viele Jahre als Angestellte und dann als selbständige Bürokraft in einem Autohaus arbeitete. „Ich habe gerechnet und kalkuliert. Da war ich zu sehr Ökonomin“, sagt Peggy. Die Guszahns mussten viel Vorarbeit leisten. Wege suchen, die auch Laien befahren können und dürfen. Mit Waldbesitzern und Landwirten sprechen, durch deren Gebiet die Routen führen. Schwerste Aufgabe war die Auswahl der Vierbeiner. „Unsere Pferde müssen geduldig und intelligent sein, denn wir haben stets neue Gäste“, begründet das Peggy Guszahn. „Stellen Sie sich mal vor, Sie haben jeden dritten Tag einen neuen Chef.“

Mit Kaltblutwallach Bodo begann alles. Nach und nach kamen vier Pferde hinzu. Die sind jetzt zwischen fünf und 18 Jahre alt, alles Altmärker mit einer Engelsgeduld. Die Planwagen kosten ohne Ausstattung so viel wie ein Kleinwagen, berichtet Peggy Guszahn. Finanziert haben sie alles selbst. „Keine Bank wollte Geld geben, weil niemand wusste, ob es funktioniert. Zu innovativ – zu individuell!?“

Bereut haben die beiden den Schritt mit dem „Massen“-tourismus nicht, auch wenn sie an 365 Tagen im Jahr für die Tiere sorgen müssen und das wirtschaftliche Risiko tragen. „Wir arbeiten mit Lebewesen und können im Winter nicht die Kennzeichen abschrauben und die Pferde in die Garage stellen!“, so Peggy Guszahn.

„Wir haben eine so schöne Gegend hier“, schwärmt Peggy Guszahn. Fast schon euphorisch beschreibt sie weite Wälder, große Felder, Elbauen und die kulturelle Höhepunkte an der Strecke. „Ich versuche, die Region zu vermarkten, die Landschaft, die Kultur und die regionalen Produkte. Dazu gehören das Biosphärenreservat Mittelelbe, das Dessau-Wörlitzer Gartenreich, die Luther-Gedenkstätten, der Falkner, der Fleischer und Bäcker oder auch die kleine Milchtankstelle.“

Wenn es kein Saisongeschäft wäre, würde sich Peggy Guszahn voll und ganz dieser Sache widmen, aber als Angestellte im Tourismusverband WelterbeRegion Anhalt-Dessau-Wittenberg kann sie ihrer Passion das ganze Jahr nachkommen. Alle Urlauber seien begeistert, weil die Landschaft und die Entschleunigung ihnen Ruhe vermittele. Und das, habe ihr mal ein gestresster Gast gesagt, könne man gar nicht mit Geld bezahlen. Unter denen, die im Planwagen Ruhe suchen, sind Manager, Computerfachleute, Lehrer. Die meisten kämen von weither, auch aus dem Ausland. „Schweizer, Österreicher, Spanier, Italiener – haben wir alles schon hier gehabt“, erzählt die Inhaberin. Fast alle stoßen im Internet auf das Angebot, über die Seite, die der Sohn gestaltet hat. Ein paar Faltblätter und T-Shirts hätten sie gedruckt und sind damit auf Messen gefahren, ein Messestand war zu teuer. Durch den hohen Anspruch, den sich Familie Guszahn bei der individuellen Umsetzung und der familiären Betreuung gesetzt hat, funktioniert auch die Mund-zu-Mund-Propaganda. Drei Wagen und fünf Pferde seien völlig genug. So könne man den Gästen einen 24-Stunden-Notruf anbieten, falls es Probleme unterwegs gibt.

Wer mit dem Planwagen unterwegs ist, lässt sich auf ein gemütliches Tempo ein. Das Pferd gibt das Tempo vor. Niemand drängelt, man ist aktiv und kann bei 3 bis 5 km/h wunderbar die Seele baumeln lassen. „Zurück zur Natur“. Auf den Routen kann man Kultur erleben, Natur genießen, Biber beobachten. Statt einer Toilette gibt’s den Feldspaten, geschlafen wird im Planwagen, statt Fernsehen guckt man „Pferdekanal“. Selbst hyperaktive Kinder finden ihre Aufgabe und Beschäftigung, sind voll bei der Sache und für ein paar Tage nicht hibbelig.

„Wenn Familien ankommen, sind sie noch ein bisschen unorganisiert“, berichtet Peggy Guszahn. „Wenn sie wiederkommen, haben sie sich völlig neu gefunden, sind zum Team geworden – zusammengewachsen, haben die Herausforderung gemeistert und sind stolz darauf.“

Als Peggy Guszahn vor acht Jahren startete, wurde sie von vielen belächelt. Schließlich hatte sie vorher noch nie mit Pferden zu tun gehabt. Doch heute kennt man die Planwagen der Guszahns, denen es von Anfang an wichtig war, mit Unternehmern der Gegend zusammenzuarbeiten. Und vor allem: den Gästen ihre Heimat näherzubringen. Immerhin 150 bis 200 Gäste lernen so jedes Jahr die Region kennen.

Autorin + Fotos: Annette Schneider-Solis

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