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Spurensuche im Ursprungsland der Reformation Sachsen-Anhalt

April 2013

Eisleben bietet Luther-Erinnerungsstätten auf engstem Raum

„Im Jahre 1483 bin ich, Martin Luther, geboren von meinem Vater Johannes Luther und meiner Mutter Margaretha... Mein Vaterland war Eisleben.“ Der Reformator verlor nie den Kontakt zu seiner Heimatstadt.  Mit der Dekade zum 500-jährigen Reformationsjubiläum 2017 erlebt sie einen zunehmenden Besuch von Touristen. Der Abbau und die Verhüttung von Kupferschiefer bestimmten im ausgehenden Mittelalter die Region. Damals galt die Grafschaft Mansfeld als mächtig und reich. Wie andere suchte Hans, der Vater Luthers, sein Glück im Bergbau. Für ihn und seine Frau Margarete war der Ort nur Zwischenstation auf dem Weg nach Mansfeld. In Eisleben erblickte Martin Luther am 10. November 1483 das Licht der Welt. Schließlich endete der Lebenskreis am 18. Februar 1546 dort.

Luthers eigentliches Sterbehaus existiert nicht mehr. Als man im 18. Jahrhundert eine Gedenkstätte einrichten wollte, war der geschichtsträchtige Ort in Vergessenheit geraten. Durch eine Verwechslung galt das massive Haus am Andreaskirchplatz 7 als das, in dem der Sohn Eislebens gestorben war. Wo er tatsächlich sein Erdendasein beendete, am Markt 56, war Ende des 16. Jahrhunderts ein Neubau entstanden. Der Irrtum änderte nichts daran, dass vor über 100 Jahren die Sterberäume historistisch nachempfunden wurden. 1863 erwarb der preußische Fiskus das Gebäude um eine Gedenkstätte zu errichten. Friedrich August Ritter sorgte bis 1865 für die biedermeierliche Fassade im Stil der Neogotik. Er passte die Raumstruktur den überlieferten Berichten über Luthers letzten Aufenthalt in Eisleben an. Kunstprofessor Friedrich Wilhelm Wanderer schuf später das Interieur der in den Sterbeberichten genannten Räume. Niemand rüttelte je an dieser Interpretation. Mit der Eröffnung des sanierten Sterbehauses Anfang 2013 entstand ein reizvolles Ensemble aus historischem Alt- und modernem Neubau. Wohl wichtigstes Stück der Ausstellung ist das Bahrtuch, mit dem Luthers Sarg bedeckt war.

Das Sterbebett erlitt ein ungewöhnliches Schicksal. Souvenirjäger bedienten sich anscheinend ohne Scham an dem Möbel. Ulrich von Werdum schrieb 1674 in seinem Reisejournal: „zur linken ... ist eine ziemlich finstere ... stube, darin luthers bettstette ... sehr zersplittelt undt beschnitten war, weil jedermann, der darkommt, auß curiosität etwas davon mitnimmt...“. 1707 fiel die Entscheidung, das Bett zu verbrennen, um einem solchen Reliquienkult Paroli zu bieten.

Ähnliche Verwirrung wie das Sterbehaus stiftet das Geburtshaus. 1689 ging es in Flammen auf. Fünf Jahre später war an gleicher Stelle ein barocker Bau errichtet. Er gilt als eines der ersten Museen Deutschlands. Zuerst wurden die Räume dem ursprünglichen Aussehen nachempfunden, die Möbel entstanden nach historischen Vorbildern. Zu sehen ist eines der wenigen erhaltenen Stücke aus der Zeit vor dem Brand. Die Bildnistafel "Unverbrannter Luther“ hing ursprünglich über der Eingangstür. Geburts- und Sterbehaus stehen auf der Welterbeliste der UNESCO (www.martinluther.de).

Im Vorgängerbau der St. Petri-Pauli-Kirche wurde Luther getauft. Nur der ursprüngliche Turm blieb erhalten. 2012 bekam der Sakralbau eine weitere Aufgabe. Er dient nicht nur als Gemeindekirche, sondern auch als Zentrum Taufe. Dort gibt es den einzigen Taufbrunnen in einer evangelischen Kirche in Deutschland. Er entstand während der Sanierung und bildet mit seiner modernen Gestaltung einen reizvollen Kontrast zur dreischiffigen mittelalterlichen Hallenkirche. Der Taufstein des Reformators stand Jahrzehnte im Freien, war Wind und Wetter ausgesetzt. Die erhaltenen Rudimente bilden den Kern einer schlichten Rekonstruktion (www.zentrum-taufe-eisleben.de).

Wie eine Trutzburg erhebt sich St. Annen über der Stadt. 1514 hatte der Mansfelder Graf Albrecht VII. die Grundsteinlegung veranlasst, es entstand zudem ein Augustiner-Eremiten-Kloster, das sich schnell wieder auflöste. Die Reformation beeinflusste diese Entwicklung, St. Annen wurde die erste evangelische Kirche im Mansfelder Land. Zwei Mönchszellen von 1516 haben fast im ursprünglichen Aussehen die Zeit überdauert. Luther besuchte mehrfach das Kloster, zuerst als Priester dann als Distriktsvikar seines Ordens (www.kirche-eisleben-stannen.de).

Mit ihrem Glockenturm prägt die St. Andreaskirche den Eisleber Markt. In ihr hielt Luther seine letzten vier Predigten. Am 14. Februar 1546 sprach er auf der erhaltenen Kanzel seine allerletzte Predigt. Sie endete: „Du bist allein mein Herr und Meister, ich bin dein Schüler. Das und viel mehr wäre von dem Evangelio zu sagen, aber ich bin zu schwach, wir wollens hierbei bleiben lassen.“ (www.kirche-in-eisleben.de).

Sachsen-Anhalt bietet als Ursprungsland der Reformation viele Möglichkeiten für die Begegnung mit Luthers Leben und Schaffen. Informationen hat die Investitions- und Marketinggesellschaft Sachsen-Anhalt mbH (IMG) in der kostenfreien Broschüre „Luther erleben“ (Bestellung über 0391/56283-820) und unter www.luther-erleben.de zusammengestellt.

Text: Klaus-Peter Voigt

Bildunterschrift: Blick in die St. Petri-Pauli-Kirche in der Lutherstadt Eisleben. Sie wird heute unter anderem als Zentrum Taufe genutzt.

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Tel: +49 391/568-9985
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