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Neue Ausstellungen im Gartenreich

Das UNESCO-Weltkulturerbe Gartenreich Dessau-Wörlitz ist immer eine Reise wert. In den sieben Parks, den zahlreichen Schlössern und anderen Bauten – wie etwa den über das gesamte Gartenreich verteilten Wallwachhäusern – kann man mehrere Tage zubringen und hat dann noch immer nicht alles gesehen oder erlebt. 

2018 können die Besucher zwei Sonderausstellungen und eine neue Dauerausstellung erkunden. Da ist zum einen die Ausstellung von Werken der klassizistischen Künstlerin Angelika Kauffmann und zum anderen eine Schau zur Orangenkultur. Ergänzt werden die beiden Ausstellungen durch die neue Dauerausstellung zu Georg Forster, die unter dem Titel „Südsee-Romantik – Welterkundung – Aufklärung“ im Schloss Wörlitz zu sehen ist.

Georg Forster und Wörlitz

Auswahl an Sammlungsobjekten in der Forster-Ausstellung.
(Bild: © Kulturstiftung Dessau-Wörlitz/Heinz Fräßdorf)

Gerade 17 Jahre alt reist Johann Georg Adam Forster (1754–1794) mit James Cook um die Welt. Dabei erkundet Forster als wissenschaftlicher Assistent seines Vaters und als naturwissenschaftlicher Maler die neuentdeckten Küsten und Inseln – etwa Neuseeland, Neukaledonien, Tahiti und Tonga. 1775, kurz nach der Rückkehr der Forsters, werden Vater und Sohn vom anhaltischen Fürst Franz und dessen Gattin Louise in London besucht. Reichlich beschenkt kann das Fürstenpaar eine kleine ethnografische Sammlung von etwas mehr als 30 Objekten nach Wörlitz mitnehmen. Darunter sind u. a. das Kostüm einer tahitischen Tänzerin, zwei Streitkolben aus Tonga und eine Axt aus jadegrünem Nephrit aus Neuseeland.

Bei einem zweiwöchigen Gegenbesuch in Wörlitz 1779 erläutert Forster dem Fürstenpaar ausführlich, was sie da eigentlich aus London mitgebracht haben. „Dass Fürsten auch Menschen sein können, wenn sie nur wollen“, notiert er erstaunt. Schließlich lässt Fürst Franz einen Pavillon für die Ausstellungsstücke errichten. Dort werden sie 150 Jahre lang präsentiert – bis die Raritäten Ende der 1980er Jahre aus konservatorischen Gründen im Depot verschwinden.

Nach drei Jahrzehnten wird die Sammlung nun im Kontext vieler neuer Erkenntnisse und Eindrücke präsentiert. Sie enthält Pflanzen der Südsee, Düfte,Musik, von Tonga und Tahiti und schließlich auch einen sogenannten „Marae“ in Wörlitz, einen nachgebauten polynesischen Kultort. Die Konzeption der Anlage erinnert an das Vorbild des Marae von Matavai auf Tahiti. 

Klassizistische Malerei von Angelika Kauffmann

Bildnis der Louise von Anhalt-Dessau, gemalt von Angelika Kauffmann. (Bild: © Kulturstiftung Dessau-Wörlitz/Heinz Fräßdorf)

Angelika Kauffmann (1741–1807) wurde im schweizerischen Chur geboren und erhielt ihre künstlerische Ausbildung in Italien und im Vorarlberg. Sie knüpfte bis in höchste Kreise Kontakten und unterhielt zunächst in London, später in Rom Ateliers. Erstmals wird ein Großteil der in Vorarlberger Privatsammlungen befindlichen Werke von Angelika Kauffmann in der Ausstellung präsentiert. Die rund 150 Kunstwerke geben einen Eindruck von der Vielfalt des künstlerischen Wirkens der Malerin.

Das besondere an der Schau im Wörlitzer Haus der Fürstin ist die Beziehung der Künstlerin zum Gartenreich und ihre Seelenverwandtschaft mit Fürstin Louise von Anhalt-Dessau (1750–1811). Sie traf die Malerin 1775 in England. Die Fürstin brachte ihre Verehrung für Kauffmann durch die Präsentation zahlreicher Graphiken und eines bedeutenden Gemäldes im Schloss Luisium zum Ausdruck. Noch heute verfügt die Kulturstiftung Dessau-Wörlitz über das von Angelika Kauffmann gemalte Porträt der Louise. Als Kontrapunkt zur Kauffmann-Ausstellung wird die vom österreichischen Künstler Peter Baldinger gestaltete Installation „Amor sucht Psyche“ präsentiert.

Orangenkultur im Gartenreich

Blick in die Orangerie Oranienbaum. (Bild: © Kulturstiftung Dessau-Wörlitz/Heinz Fräßdorf)

Zur dritten Ausstellung lädt die Kulturstiftung Dessau-Wörlitz in die Orangerie im Schlosspark Oranienbaum ein. Dort können sich Besucher über die Orangenkultur im Gartenreich informieren. Zusätzlich informieren Tafeln an den anderen Orangerie-Standorten im Gartenreich über die Geschichten der jeweiligen Häuser. Zitrusgewächse begeistern die Menschen schon seit Jahrhunderten. In Mitteleuropa sind für ihre Kultivierung speziell konstruierte Überwinterungshäuser entwickelt worden: die Orangerien.

Im Gartenreich Dessau-Wörlitz finden sich gleich mehrere Gebäude dieses Typs in variantenreicher und unterschiedlicher architektonischer Ausführung. Bereits Fürst Joachim Ernst von Anhalt (1536–1586) soll sich der Orangenzucht gewidmet haben; eine nachweisbare Bedeutung erhielten die Bäume jedoch mit Fürstin Henriette Catharina von Anhalt-Dessau, einer geborene Prinzessin von Oranien. Ihrem Urenkel Fürst Franz (1740–1817) war die Orangenkultur ebenso wichtig – auch wenn er in der Landschaftsgestaltung eigentlich ganz andere Wege ging.

Im Gartenreich Dessau-Wörlitz erinnert die Orangerie im Park Luisium an englische Vorbilder. Die Bauten im Park Georgium, in Mosigkau und in Oranienbaum haben klassizistische Formen und das Palmenhaus in Wörlitz wurde schließlich im neogotischen Stil errichtet. Oft waren die Orangerien als architektonische Höhepunkte des Gartens inszeniert und bildeten das bauliche Gegenstück zum Schloss. Im Sommer leerstehend, wurden sie häufig für Gartenfeste genutzt. Die Kultivierung von Zitrusgewächsen galt lange als Beleg höchster gärtnerischer Kompetenz. So zeugten Erfolge in Anzucht, Pflege und Formung der Pflanzen vom Können des Gärtners. 

Forster in Wörlitz: Südsee-Romantik – Welterkundung – Aufklärung

Schloss Wörlitz
Kirchgasse
06785 Oranienbaum-Wörlitz

Öffnungszeiten:
6. Mai bis 7.Oktober
Dienstag bis Sonntag und Feiertage von 10–18 Uhr

8. Oktober bis 31. Oktober
Dienstag bis Sonntag und Feiertage von 10–17 Uhr

Eintritt: 
Schloss Wörlitz EG, OG, Belvedere und Georg-Forster-Ausstellung, 15,00 € (2 Stunden)
Schloss Wörlitz Belvedere und Georg-Forster-Ausstellung, 6,50 € (1 Stunde)

Die Besichtigung der Ausstellung ist nur im Rahmen einer Führung möglich.

Weitere Informationen:
Website des Gartenreichs

Angelika Kauffmann – Unbekannte Schätze aus Vorarlberger Privatsammlungen

Haus der Fürstin
Kirchhof am Schloss Wörlitz
06785 Oranienbaum-Wörlitz

Öffnungszeiten:
8. Juli bis 21. Oktober 2018
Dienstag bis Sonntag und Feiertage: 10 – 17 Uhr

Eintritt: 
6 Euro; 5 Euro ermäßigt

Weitere Informationen:
Website des Gartenreichs

Orangerien – Häuser für Pflanzenschätze im Gartenreich Dessau-Wörlitz

Schloss Oranienbaum
Schloßstraße 9a
06785 Oranienbaum-Wörlitz

Öffnungszeiten:
18. Juni bis 30. September 2018
Dienstag bis Sonntag, Feiertage 10 – 17 Uhr

Eintritt: 
Der Eintritt ist frei

Weitere Informationen:
Website des Gartenreichs

Kontakt

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Am Alten Theater 6
39104 Magdeburg

Tel.: +49 (0) 391 568 99 80
Fax: +49 (0) 391 568 99 51

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