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Gunta Stölzl

Allein unter Männern

Die Bauhausmeister auf dem Dach des Bauhauses. Foto: unbekannt, 1926, Reproduktion 1998. Bauhaus-Archiv Berlin, mit freundlicher Genehmigung der Société Kandinsky, Paris

Mit Kreativität und Energie zum Erfolg: Gunta Stölzl – die einzige Bauhaus-Meisterin

Allein unter Männern – wer das 1926 entstandene Foto der Bauhaus-Meister auf dem Dach des gerade eröffneten Dessauer Bauhauses betrachtet, dem fällt unter den vielen Männern eine einzige Frau auf: Gunta Stölzl. Sieben Jahre zuvor hatte sich die Münchnerin in die Studierendenliste des Bauhauses eingetragen. Sie hatte bereits mehrere Semester an der Königlichen Kunstgewerbeschule in München studiert und wollte nun Glas- oder Freskenmalerin werden, entschied sich dann aber doch für die Textilkunst. Mit zwei Kommilitoninnen fasste sie den Entschluss, eine reine Bauhaus-Frauenklasse zu gründen.

Dem Bauhaus-Gründer und -Direktor, Walter Gropius, kam diese Idee gerade recht, denn die Bauhaus-Meister hatten beschlossen, Frauen nur noch in der Weberei aufzunehmen, in Ausnahmefällen auch in der Buchbinderei und der Töpferei. Getreu dem von Oskar Schlemmer geprägten Spruch „Wo Wolle ist, ist auch ein Weib, das webt, und sei es nur zum Zeitvertreib“ hielt man Frauen für ein Studium der anderen Fächer wie Architektur oder Malerei für ungeeignet. Dass die Aufnahmepraxis im Widerspruch zur Programmatik des Bauhauses stand, störte die Meister offenbar wenig. Hatte doch Gropius selbst noch bei Eröffnung des Bauhauses verkündet, bei der Aufnahme der Studierenden „jede unbescholtene Person ohne Rücksicht auf Alter und Geschlecht“ berücksichtigen zu wollen. Doch offenen Protest seitens der Bauhäuslerinnen erhob sich dagegen nicht, dazu waren die Rollenmuster der Geschlechter zu dieser Zeit noch zu sehr festgefügt.

Es gab jedoch eine ganze Reihe von Frauen am Bauhaus, die sich in der Männerwelt durchsetzen und ihre eigenen Wege gingen. Zu diesen Frauen gehörte neben der als Metalldesignerin bekannt gewordenen Bauhäuslerin Marianne Brandt auch Gunta Stölzl. Zwar war sie auch „nur“ Weberin geworden, konnte sich aber in ihrem Fach schnell profilieren. 1924 wurde sie als Gesellin in der Bauhaus-Weberei eingestellt – ihr Gesellenstück war ein viel beachteter Teppich, der im Musterhaus „Haus am Horn“ in Weimar präsentiert wurde, – und bereits zwei Jahre später übernahm sie im neu gebauten Bauhaus in Dessau als erste weibliche Lehrkraft die Gesamtleitung der Weberei. Für das Bauhaus war das eine Sensation: Das erste, aber auch das letzte Mal in dessen 14-jähriger Geschichte war eine Frau eine vollwertige Meisterin geworden, allerdings nicht auf Betreiben des Meisterrates hin, sondern auf ausdrücklichen Wunsch der Werkstattangehörigen.

Dank ihrer großen Kreativität und Energie gelang es Gunta Stölzl, die Textilabteilung aus ihren dekorativen Anfängen zum professionellen Industriedesign weiterzuentwickeln. „Modelle für die Industrie“ wollte sie schaffen. Mit Erfolg: Die Weberei avancierte bald zu einem der erfolgreichsten und profitabelsten Bauhaus-Ressorts, was aber auch den wirtschaftlichen Erfolgszwang immer weiter vorantrieb. Der Trend zur reproduzierbaren Massenware war unübersehbar. Die „Lust an der Weberei“ ließ sich Gunta Stölzl jedoch nicht nehmen. „Ich hoffe, dass in meinen Arbeiten der Puls noch zu spüren ist, das Glück des Webens“, erklärte sie später einmal. Ihre Wandbehänge sind heute Bestandteil internationaler Kunstsammlungen und in großen Museen in New York, Cambridge/USA oder Basel zu sehen.

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