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Von der Eckartsburg bis zum Europa-Rosarium, Sangerhausen
Eckartsburg (SdR)
Die Eckartsburg wurde im 12. Jh. zuerst erwähnt und liegt im südlichsten Teil Sachsen-Anhalts westlich von Naumburg im Burgenlandkreis an der „Straße der Romanik“ über der Stadt Eckartsberga. In der Ruinenanlage (romanisch, später gotische Bauphasen) sind aus der romanischen Zeit u.a. ein Doppelfenster (im Wohnturm der Kernburg), Reste eines Kamins, und Schlitzfenster erhalten. In der Burgruine gibt es ein Restaurant. Viele Veranstaltungen über das Jahr. Im Bergfried steht ein Diorama mit 6.000 Zinnfiguren der Schlacht bei Jena und Auerstedt (Doppelschlacht, 1806). Goethe schrieb hier die Ballade „Der getreue Eckart“.
Edersleben
Der im 9. Jh. zuerst erwähnte Ort Edersleben (Dorfkirche nach Plänen Schinkels) liegt ca. 5 km südlich von Sangerhausen im Landkreis Mansfeld-Südharz. Bekannt geworden ist der Ort durch den Fund des knapp 500.000 Jahre alten Skeletts eines Steppenelefanten, auch Altmammut genannt (Vorläufer des Mammuts). Gefunden hat es der Sangerhäuser Tischlermeister und Heimatforscher Gustav Adolf Spengler in der Kiesgrube Edersleben. Das Skelett ist die Attraktion des Spengler-Museums in Sangerhausen.
Editha
Editha (Edgith of Wessex), 910 in England geboren und 946 in Magdeburg gestorben, war die Schwester des englischen Königs Ethelstan. Sie heiratete 929 Otto I. (genannt „der Große“, 912-973), erster deutscher Kaiser und Begründer des Heiligen Römischen Reiches. Als Morgengabe vermachte Otto seiner Frau seine Lieblingsresidenz Magdeburg. Im Magdeburger Dom, der Grablege Ottos, steht die Tumba (Grabmal) von Editha im Chorumgang. Zwei gotische Sitzfiguren im Dom stellen wohl das thronende Ehepaar Otto und Editha dar. Edith wird als wohltätig und sozial beschrieben und wurde „heilige Editha“ genannt. Im Jahr 2009 fanden Archäologen im Dom vermutlich die sterblichen Überreste von Editha. Der weltweit Aufsehen erregende Fund wird z.Zt. noch untersucht.
Egeln, Wasserburg
Die Wasserburg Egeln liegt im nördlichen Harzvorland im gleichnamigen Ort. Egeln wurde 941 zum ersten Mal erwähnt. Die Burg (10./11. Jh.) wurde im 15. Jh. zum Renaissance-Schloss umgebaut und erweitert. Im restaurierten Bergfried, Torhaus und Gerichtsboden befindet sich heute ein Museum für Vor-, Früh- und Stadtgeschichte mit Ausstellungsstücken von der Altsteinzeit bis zur Frühgeschichte. Mittelalterliche Taverne im romanischen Kellergewölbe. Viele Veranstaltungen und Aktivitäten.
Eichendorff, Joseph von (1788-1857)
Joseph Freiherr von Eichendorff, in Schlesien geboren, war einer der bedeutendsten Schriftsteller und Dichter der Romantik („Aus dem Leben eines Taugenichts“). Er studierte Recht u.a. in Halle (Saale). 1805 reiste er durch den Harz. Auf den Spuren seines „Tagebuch einer Harzreise“ begeben sich noch heute viele Wanderer im Harz auf Eichendorff-Wanderungen.
Elbauenpark / Herrenkrugpark (GT)
Der Elbauenpark am östlichen Ufer der Elbe in Magdeburg wurde anlässlich der Bundesgartenschau (BUGA) 1999 auf 90 Hektar angelegt und gehört zu den jüngsten Gartenbaukunstwerken der „Gartenträume“. Sehenswert im Freizeit- und Erholungspark u.a.: Jahrtausendturm mit Ausstellung „6.000 Jahre Menschheitsgeschichte“, Seebühne, Panorama-Hochbahn, Europagarten (Orangerie), tropisches Schmetterlingshaus. Im Sommer viele Veranstaltungen. Der Herrenkrugpark, nahe des Elbauenparks ebenfalls auf der östlichen Uferseite der Elbe, wurde Ende des 19. Jh. in der Art eines englischen Landschaftsgartens angelegt und war um 1900 das beliebteste Naherholungsgebiet der Magdeburger. Er ist der älteste Landschaftspark der Stadt und gehört auch zu den „Gartenträumen“. Sehenswert: imposante Beete, rekonstruiertes Jugendstil-Parkrestaurant, Lehrpfad für 90 Baumarten des alten Baumbestands (!) im Park.
Elbe (BB)
Die Elbe durchquert auf 303 Flusskilometern Sachsen-Anhalt von Süden bis Norden. Sie ist das touristisch und geschichtlich wichtigste Fließgewässer des Bundeslandes. An ihren Ufern liegen viele bedeutende Sehenswürdigkeiten – darunter UNESCO-Welterbestätten wie Wittenberg (Lutherstätten) und Dessau (Bauhaus, Gartenreich, Biosphärenreservat Mittelelbe) oder die Landeshauptstadt Magdeburg (touristisches Drehkreuz im Herzen des Landes). Die Elbe ist zu großen Teilen für Wassersportler nutzbar: Segeln, Motorboote, Wasserski, Paddeln, Fahrgastschifffahrt (Weiße Flotte). Flächendeckendes wassertouristisches Leitsystem (Schilder direkt am Ufer). Eng verbunden mit dem Radwegenetz (Elberadweg). Elbe-Havel-Kanal (BB)
Der Elbe-Havel-Kanal, die Verlängerung des Mittellandkanals östlich des Wasserstraßenkreuzes Magdeburg (Sehenswürdigkeit!) beginnt bei Hohenwarthe nördlich Magdeburgs und endet bei Wusterwitz im Land Brandenburg. Der Kanal ist 56 km lang und bildet mit anderen Kanälen und Flüssen eine durchgehende Wasserstraßenverbindung vom Rhein (über Berlin) bis zur Oder und damit weiter zur Ostsee. Der Elbe-Havel-Kanal ist auch für Wassersportler nutzbar (mehrere Marinas, u.a. in Haldensleben) und Teil des „Blauen Bandes“.
Elberadweg
Der Elberadweg, Deutschlands beliebtester Radweg, quert auf ca. 330 Kilometern Sachsen-Anhalt vom Norden bis in den Süden durch naturbelassene (Fluss-) Landschaften (Biosphärenreservat Mittelelbe). Kulturelle und historische Höhepunkte am Weg: UNESCO-Welterbestätten (Region Luther.Bauhaus.Gartenreich um Lutherstadt Wittenberg und Dessau-Roßlau), Burgen und Schlösser an der „Straße der Romanik“, „Gartenträume“. Der Radweg ist familienfreundlich. Das Gefälle ist nicht hoch, die Wege verlaufen meist abseits der oder neben den Autostraßen und sind beschildert. Vom Elberadweg gehen andere Radwege ab (z.B. Europaradweg R1, Aller-Elbe-Radweg).
Elster-Radweg
Der Elster-Radweg ist 250 km lang, davon verlaufen ca. 52 km durch Sachsen-Anhalt. Er beginnt in Tschechien und folgt der Weißen Elster von der Quelle über Zeitz und Profen in Sachsen-Anhalt, Leipzig in Sachsen bis zur Mündung des Flusses in die Saale nahe Halle. Die Radwege verlaufen meist abseits der oder neben den Autostraßen, über wenig befahrene Neben- und Landstraßen und (ausgebaute) ländliche Wege. Der Elster-Radweg hat Verbindungen zum Radweg Saale-Harz, Saale-Radwanderweg und zum Rundkurs Saale-Unstrut-Elster-Radacht nahe der Stadt Zeitz.
Erlebnisbäder
Neben vielen öffentlichen Badegewässern gibt es in Sachsen-Anhalt eine ganze Reihe von Erlebnisbädern - vom heißen Solequell bis zur mexikanischen Saunalandschaft. Eine Auswahl: Altmark-Oase Stendal,
www.altmark-oase-stendal.de, Nautica in Magdeburg,
www.nautica-wasserwelt.de, Maya Mare in Halle,
www.mayamare.de. Informationen zu allen Bädern über die regionalen Tourismusverbände und unter „Städte und Regionen“.
Erxleben, Dorothea Christiane von (1715-1762)
Dorothea Christiane von Erxleben, (geborene Leporin) in Quedlinburg geboren und gestorben, ist die erste Frau in Deutschland, die (1755) promoviert wurde. Die spätere Ärztin lernte bei ihrem Vater, dem Arzt Christian Poykarp Leporin das medizinische Handwerk, wurde aber nicht an die Universität zum Studium zugelassen. Friedrich der Große wies die Universität Halle an, ihr keine Steine in den Weg zu legen. Dorothea Leporin nutzte dies aber zunächst nicht aus. Sie heiratete den Diakon Johann Christian Erxleben und erzog acht Kinder. Nach dem Tod ihres Vaters übernahm sie dessen Praxis und entschied sich zur Promotion. Das Examen bestand sie 1755. Es sollte noch bis zum Ende des 19. Jh. dauern, bis Frauen offiziell zu Prüfungen an Universitäten zugelassen wurden. Im 18. Jahrhundert gingen von dem Gebiet des heutigen Sachsen-Anhalt viele entscheidende Impulse in Politik, Kultur und Wissenschaft für ganz Europa aus. Die erste deutsche promovierte Ärztin ist nur ein Beispiel dafür.
Essen und Trinken / Erlebnisgastronomie / Gastronomie
Sachsen-Anhalt bietet eine große Bandbreite an kulinarischen Genüssen. Typisch altmärkische Küche im Norden: mit Altmärkischer Hochzeitssuppe, Salzwedeler Baumkuchen, Tangermünder Kuhschwanzbier und Spargelspezialitäten. Deftige Bördeküche im Herzen des Reiselandes: mit Bötel (Eisbein), Stroh (Sauerkraut), Lehm (Erbsenpüree) und vielen Kartoffelspezialitäten. Im Harz wird z.B. Käse gerollt und frischer Fisch aus den Seen und Flüssen des „Blauen Bandes“ serviert, nach Rezepten, die schon Goethe mochte. Ausgesuchte Weine: an der Weinstraße Saale-Unstrut im Süden Sachsen-Anhalts, mit mediterranem Flair und vielen Winzerfesten (Bad Kösen, Bad Sulza, Freyburg u.a.). Die älteste urkundliche Erwähnung des Weinbaus an Saale und Unstrut stammt bereits aus dem Jahre 973. An der mittelalterlichen „Straße der Romanik“ lässt es sich vielerorts „Tafeln wie die Rittersleut“, an Originalschauplätzen der Reformation kommt die Luthertafel auf den Tisch.
Eulenspiegel
Über Till Eulenspiegel, kluger Schalk und Narr, wurden mehr als 90 Geschichten geschrieben. Er ist der 1300 geborene Held eines Volksbuches (älteste erhaltene Fassung 1511) - mit der für seine Umgebung unangenehmen Eigenschaft, klug zu sein aber nicht zu scheinen, und Gesprochenes wörtlich zu nehmen. Der Verfasser des Buches ist nicht wirklich bekannt, ob die Figur Eulenspiegel ein reales Vorbild hatte, ebenso wenig. In Bernburg (Saale) steht das größte Denkmal für ihn – der Eulenspiegelturm des Schlosses Bernburg an der „Straße der Romanik“. Auf diesem Bergfried war Eulenspiegel Turmwächter und warnte vor Feinden, die nicht kamen und warnte nicht, wenn sie kamen. Ihm war somit kein langer Aufenthalt in Bernburg beschieden. Was die Stadt nicht hinderte, weitere Denkmäler für ihn aufzustellen: u.a. eine Skulptur und einen Eulenspiegel-Trinkbrunnen.
Europaradweg R1
Der Europaradweg R1 verläuft einmal quer durch Europa: Von der französischen Küstenstadt Calais bis St. Petersburg sind es ca. 3.500 km. In Sachsen-Anhalt (ca. 275 km) startet der Radweg im Harz, ab Aken verläuft er längs der Elbe bis Vockerode. Danach liegen an seinem Weg u.a. die UNESCO-Welterbestätten in (und um) Dessau-Roßlau (Bauhaus, Gartenreich, UNESCO-Biosphärenreservat Mittelelbe) und Lutherstadt Wittenberg (Lutherstätten). Im Harz teils starke Steigungen. Radwege abseits der Autostraßen und ländliche Wege. Überall beschildert. Verbindungen u.a. zu: Aller-Harz-Radweg, Saale-Radwanderweg, Muldental-Radwanderweg, Elberadweg, Radweg Berlin-Leipzig. Europa-Rosarium Sangerhausen (GT)
Das Europa –Rosarium („Gartenträume“) in der Berg- und Rosenstadt Sangerhausen im Südharz zeigt die größte Rosensammlung der Welt. Auf 12,5 Hektar stehen 8.300 Sorten aus der ganzen Welt und allen Zeitepochen - mit Millionen von Blüten. Viele der Rosen sind selten oder vom Aussterben bedroht und werden hier für die Nachwelt bewahrt. 1993 bekam das Rosarium (gegründet 1903) den Titel „Europa-Rosarium“. Auch die Wildrosensammlung ist mit 300 Arten die größte der Welt. Und berühmt ist die Sammlung von 850 Kletterrosenarten. Das Rosarium besitzt einen in seiner Bedeutung unschätzbaren Genpool. Am letzten Juni-Wochenende lädt das Rosarium traditionell zum jährlichen Berg- und Rosenfest.
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