Der Elberadweg - "Unterwegs am Blauen Band"
Im tschechischen Riesengebirge hat die Elbe ihren Ursprung und legt bis zu ihrer Mündung in die Nordsee bei Cuxhaven ca. 1.000 Kilometer zurück. Der Elberadweg, laut Allgemeinem Deutschen Fahrrad-Club e.V. (ADFC) seit Jahren der beliebteste deutsche Fernradweg, begleitet Deutschlands zweitlängsten Fluss und bietet abwechslungsreiche Streckenabschnitte entlang des mächtigen Stroms.
v.l.n.r. Bauhaus Dessau, Radlergruppe auf dem Elberadweg bei Magdeburg
D-Route 10
Gesamtlänge: 860 km; Länge in Sachsen-Anhalt: ca. 330 km
Höhenprofil als Download im Artikel-Anhang
Auf etwa 330 Kilometern führt der Radweg durch Sachsen-Anhalt,
vorbei an ursprünglichen Fluss- und Naturlandschaften im Wechsel
mit kulturhistorischen Highlights an der „Straße der Romanik“, den
UNESCO-Welterbestätten in der Region Luther|Bauhaus|Gartenreich
oder den „Gartenträumen“. Zu einem kurzen Zwischenstopp laden die Rastplätze entlang der von weitläufigen Wiesen und Auenwälder gesäumten Strecke ein. Mit etwas Glück lassen sich Elbebiber entdecken. Zahlreiche radfreundliche und Bett-&-Bike-Unterkünfte bieten die passende Beherbergung für jeden Geschmack und Geldbeutel. Allerdings empfiehlt sich in der besucherstarken Ferien- und Urlaubszeit eine vorherige Buchung.
Route d. Elberadweges
Von Sachsen aus kommt der Elberadweg in der Nähe von Pretzsch – mit seinem Schloss und Schlosspark – in den Landkreis Wittenberg nach Sachsen-Anhalt. Von dort geht die Reise knapp 30 Kilometer weiter in die Lutherstadt Wittenberg, der Wiege der Reformation und weltbekannten Wirkungsstätte Martin Luthers.
Ein Zwischenstopp an der berühmten Thesentür an der Schlosskirche, am Lutherhaus oder auch an den Cranach-Höfen und dem Melanchthonhaus machen die einzigartige Geschichte dieses UNESCO-Welterbes greifbar. Auf dem abzweigenden Lutherweg kann der Abstecher in die Kulturlandschaft fortgesetzt werden.
Das Gartenreich Dessau-Wörlitz (UNESCO-Welterbe), unter anderem mit den herrlichen Wörlitzer Anlagen, empfängt den Pedalritter mit höchster Gartenbaukunst. Die paradiesischen Parkanlagen laden zum Lustwandeln ein. Nicht weit entfernt kommen Architektur- und Kunstliebhaber auf ihre Kosten. Die Bauhausstadt Dessau bietet mehrere Anschlussmöglichkeiten an regionale Radwege. Eine eigens ausgeschilderte Bauhaustour führt zu zahlreichen Bauhausbauten der Stadt, vorbei an Meisterhäusern, Kornhaus und Gropius-Siedlung Dessau-Törten.
Bis zur Mündung der Saale in die Elbe bei Barby frequentiert der Weg noch die alte Schifferstadt Aken und erreicht stromabwärts Schönebeck mit dem ältesten Soleheilbad Deutschlands in Bad Salzelmen. Von dort sind es nur noch wenige Pedaltritte bis in die Landeshauptstadt Sachsen-Anhalts, die Ottostadt Magdeburg.
In der über 1.200-jährigen Domstadt haben bedeutende Persönlichkeiten ihre Spuren hinterlassen: Otto der Große schenkte seiner Gemahlin Editha die Stadt als Morgengabe, beider Gebeine ruhen im Magdeburger Dom, dem ersten gotischen Kathedralbau auf deutschem Boden. Otto von Guericke führte hier seinen berühmten Halbkugelversuch durch. Zahlreiche Parkanlagen und historische Baudenkmäler, aber auch moderne Bauten wie der Jahrtausendturm oder das bunte Architekturprojekt von Friedensreich Hundertwasser „DIE GRÜNE ZITADELLE® VON MAGDEBURG“ prägen heute das Stadtbild.
Vor den Stadttoren trifft der Radweg bei Hohenwarthe auf das
Wasserstraßenkreuz und führt direkt neben der Elbe unter der längsten Trogbrücke der Welt hindurch.
Weiter dem Flusslauf folgend, erreicht der Elberadweg die Altmark mit ihrem ländlichen Charme und die frühere Kaiserresidenz Tangermünde. Durch die unberührte Natur im UNESCO-Biosphärenreservat Mittelelbe reist der Radwanderer vorbei an der Havelmündung und kann einen Abstecher in die Dom- und Inselstadt Havelberg oder in die historische Hansestadt Werben
für eine Rast nutzen. Südlich vorbei am brandenburgischen Wittenberge verläuft der Radweg weiter nach Wahrenberg, dem storchenreichsten Dorf Sachsen-Anhalts, und verlässt kurz danach das Bundesland.
www.elberadweg.deWISSENSWERTES
Sehenswerte Orte am Weg: Lutherstadt Wittenberg, Coswig, Wörlitz, Vockerode, Dessau-Roßlau/Stadtteil Dessau, Aken, Barby, Schönebeck, Magdeburg, Tangermünde, Arneburg, Havelberg, Werben
Ausgewählte Bahnhöfe: Lutherstadt Wittenberg, Dessau-Roßlau/Stadtteil Dessau, Magdeburg, Havelberg (Bus im ÖPNV -Landesnetz mit begrenzter kostenloser Fahrradmitnahme), Wittenberge
Verbindungen: zum Radweg Berlin-Leipzig und Europaradweg R1 bei Lutherstadt Wittenberg, zur Gartenreichtour Fürst Franz und zum Muldental-Radwanderweg bei Dessau-Roßlau / Stadtteil Dessau, zum Saale-Radwanderweg bei Barby, zum Börde-Radweg (Anschluss Aller-Harz-Radweg) in Magdeburg, zum Aller-Elbe-Radweg bei Hohenwarthe, zum Altmarkrundkurs bei Tangermünde, Arneburg und Havelberg, zum Havelradweg bei Havelberg
Wegbeschreibung: geringes Gefälle, überwiegend separate oder straßenbegleitende Wege, durchgängige Beschilderung, familienfreundlich
Literaturtipps: bikeline Elbe-Radweg, Teil 1 - Von Prag nach Magdeburg (508 km), 1:75.000, Ortspl., ÜVZ , 152 S., 12,90 EUR,
ISBN 978-3-85000-030-7 oder: bikeline Elbe-Radweg, Teil 2 - Von Magdeburg nach Cuxhaven (500 km), Wetterfest, 1:75.000, Ortspl., ÜVZ , 160 S., 12,90 EUR, ISBN 978-3-85000-079-6
www.esterbauer.comTIPP ENTLANG DER STRECKE
Ottostadt Magdeburg: Einst Kaiserresidenz, Hansestadt und preußische Festung musste die mehr als 1.200-jährige Domstadt eine Reihe Zerstörungen verkraften. Heute bestimmen zahlreiche romanische und gotische Sakralbauten die Stadtsilhouette: Neben dem gotischen Dom sind das Kloster Unser Lieben Frauen, die Kathedrale St. Sebastian, Walloner- und Petrikirche und Magdalenenkapelle besonders sehenswert. Zahlreiche Gärten und Parkanlagen machen die Stadt zu einer der grünsten Europas. Besonderer Tipp: Der „schlaueste Turm der Welt“, der Jahrtausendturm im Elbauenpark, direkt am Elberadweg gelegen, lädt zu einer Reise durch 6.000 Jahre Menschheits- und Wissenschaftsgeschichte.
www.magdeburg-tourist.de
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