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Arche Nebra-Das Besucherzentrum am Fundort der Himmelsscheibe von Nebra

Alle Informationen rund um die Geschichte der berühmten Bronzescheibe, die 1999 auf dem Mittelberg bei Nebra gefunden wurde, bietet seit 2007 das multimediale archäologische Informations- und Erlebniszentrum Arche Nebra.

Wie ein goldenes Schiff scheint die Arche Nebra über dem Unstruttal zu schweben – ein spektakuläres Bauwerk für eine spektakuläre Geschichte: 1999 gruben zwei Sondengänger illegal auf dem Mittelberg eine bronzene Scheibe aus und verkauften sie an einen Hehler. Erst 2003, nach mehreren weiteren Stationen, konnte die Scheibe samt Beifunden in einem Baseler Hotel von der Polizei und dem Landesarchäologen Sachsen-Anhalts sichergestellt werden. Seitdem hält die Himmelsscheibe die archäologische Welt in Atem. Kaum ist die Echtheit der 3.600 Jahre alten Himmelsscheibe von Nebra bewiesen, und somit der ältesten bisher bekannten konkreten Himmelsdarstellung der Welt, steht das Bild einer ganzen Menschheitsepoche in Frage. Gab es einen weit größeren Wissenstransfer zu jener Zeit, als bisher angenommen? Müssen wir unser Bild vom unwissenden Menschen der Vorgeschichte jetzt endgültig revidieren? Wie viel wussten unsere Vorfahren vor 3.600 Jahren wirklich schon über das Universum? Die Arche Nebra gibt Antworten auf diese Fragen.

Arche Nebra

Besonderer Höhepunkt des Hauses ist das Planetarium. Die 22-minütige digitale Show veranschaulicht die faszinierende astronomische Deutung der Himmelsscheibe von Nebra und gibt den Blick frei auf den Himmel, wie ihn die Menschen vor 3.600 Jahren sahen. Die Geschichte der Himmelsscheibe – von der Herstellung und Nutzung bis zu ihrer Niederlegung auf dem Mittelberg und der Abenteuergeschichte ihrer Wiederauffindung im Jahr 1999 – steht im Zentrum der Präsentation. Abgerundet wird das Ganze durch  Wissenswertes zur Kulturgeschichte der Saale-Unstrut-Region – von den ersten menschlichen Zeugnissen der Altsteinzeit vor 450.000 Jahren bis in das Mittelalter. Ergänzend zur Dauerpräsentation sind in den Sommermonaten wechselnde Ausstellungen zu Themen aus Geschichte, Kultur und Natur zu sehen. Keine klassische museale Präsentation, sondern eine „Ausstellung zum Anfassen“ erwartet die Besucher. Alle modernen Präsentationsmittel werden genutzt, um über die reine Informationsvermittlung hinaus den Gästen ein Erlebnis zu bieten.

 

Die Himmelsscheibe, die im Original im Landesmuseum für Vorgeschichte in Halle zu sehen ist, wird in der Arche Nebra multimedial erlebbar. So ist z. B. mittels 3D-Scans ein Film entstanden, der einen virtuellen „Flug“ über die Himmelsscheibe ermöglicht. Führungen und Aktiv-Programme für Schulklassen und Gruppen sowie für Familien ergänzen das Angebot vom Himmelsscheibenguss aus Zinn oder Schokolade bis hin zum Sonnenkalenderbau. Ein gastronomischer Bereich mit Aussichtsterrasse gehört ebenfalls zur Arche Nebra. An der Kasse im Foyer gibt es Himmelsscheiben-Souvenirs – vom Schlüsselanhänger bis zum wertvollen maßstabsgerechten Stück – und vieles mehr.

 

Die Arche Nebra ist idealer Ausgangspunkt für den Besuch des Fundortes der Himmelsscheibe. Etwa 3,5 Kilometer entfernt vom Besucherzentrum und inmitten des Naturparks „Saale-Unstrut-Triasland“ gelegen, lohnt sich dort vor allem eine Besteigung des Aussichtsturms. 30 Meter hoch und um 10 Grad geneigt, ist der Turm gestaltet wie der Zeiger einer überdimensionalen Sonnenuhr. Bei schönem Wetter bietet er Fernsicht bis zum Brocken und zum Kyffhäuser und macht die Himmelsbeobachtungen der Bronzezeit nachvollziehbar. Die Arche Nebra ist Teil der touristischen Erlebnisroute Himmelswege in Sachsen-Anhalt, zu der auch das 7.000 Jahre alte Sonnenobservatorium in Goseck, das Grab der Dolmengöttin von Langeneichstädt und das Landesmuseum für Vorgeschichte in Halle gehören.

 

Mehr Informationen zur Arche Nebra

www.himmelswege.de

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