Das Territorium der heutigen Stadt Leuna befindet sich auf einem historisch bedeutsamen Siedlungsgebiet, dessen Anfänge sich sechstausend Jahre zurückverfolgen lassen. Die im Ergebnis von Grabungen in Leuna-Rössen gemachten Funde waren derart bedeutsam, daß sie als "Rössener Kultur" einer ganzen Phase steinzeitlicher Siedlungskultur ihren Namen gaben. Ihre eigentliche Bedeutung erlangte die Stadt Leuna allerdings als Ort, der im 20. Jahrhundert Industriegeschichte geschrieben hat. 1917 begann mit der Produktion von Ammoniak die Entwicklung zu einem der modernsten chemischen Großbetriebe der damaligen Zeit. Parallel mit dem weiteren Wachsen der Industrie begann ab 1917 der Bau der Gartenstadt mit ihren ca. 900 Gebäuden nach den neusten städtebaulichen und sozialen Erkenntnissen. Die planmäßig angelegte, stark durchgrünte Siedlung mit ihren vorzugsweise Einfamilienhäusern bot den im Werk beschäftigten Mitarbeitern ein Wohnumfeld mit viel Licht, Luft und Sonne. Seit 1991 wird gemeinsam mit der sich neu ansiedelnden Industrie an alte Traditionen der Industrie- und Gartenstadt angeknüpft. Die erfolgreichen Bemühungen um die Gesellschaftsbauten bilden die Grundlage für ein auch äußerlich attraktives Gemeinwesen.